Hilfe & Informationen für Eltern
Sucht ist eine Familienkrankheit. Oft dreht sich alles nur noch um das süchtige Kind. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus unserer langjährigen Gruppenarbeit, die uns Eltern geholfen haben.
1. Die Rolle der Eltern: Co-Abhängigkeit erkennen
Viele Eltern rutschen ungewollt in eine Co-Abhängigkeit. Wir versuchen zu helfen, zu retten, Schulden zu bezahlen oder das Kind zu entschuldigen. Doch gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut.
Loslassen: Es bedeutet nicht, das Kind fallen zu lassen, sondern es loszulassen, damit es die Konsequenzen seines Handelns spüren kann.
Grenzen setzen: Helfen Sie nur so weit, wie Sie es selbst verkraften, ohne daran kaputtzugehen.
2. Kommunikation mit dem Kind
Gespräche enden oft in Vorwürfen und Streit. Versuchen Sie folgende Grundsätze:
Sprechen Sie in "Ich-Botschaften" (z.B. "Ich mache mir Sorgen" statt "Du machst uns kaputt").
Drohen Sie keine Konsequenzen an, die Sie nicht bereit sind, konsequent durchzuziehen. Leere Drohungen nimmt das suchtkranke Kind nicht ernst.
Suchen Sie das Gespräch nur, wenn das Kind nicht akut unter Einfluss von Mitteln steht.
3. Was Sie für sich tun können
Holen Sie sich Informationen über die Sucht (Beratungsstellen, Literatur).
Suchen Sie den Austausch mit anderen Eltern (z.B. in unserer Gruppe).
Vergessen Sie Ihr eigenes Leben nicht. Pflegen Sie Hobbys und Freundschaften. Ein starkes Elternteil kann besser helfen als ein gebrochenes.